Auf dem Dach von Dingle

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Aufstieg zum Lough Mount Eagle auf Dingle
Sowas Cooles ist wohl noch nie durch die Fuchsienhecken geschlichen ...!

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Rotkehlchen am Lough Mount Eagle auf Dingle
Und irgendwo in der Hecke piepte es ...
Schafschädel auf Dingle
Nur Dickschädel schaffen es, am Lough Mount Eagle zu angeln!
Blick vom Lough Mount Eagle auf die Ventry Bay
Vorne Gebirgssee - hinten Meeresbucht ... und dann diese unfassbar klare Atlantikluft!
Lough Mount Eagle auf Dingle
Sommer in Irland
Angeln am Lough Mount Eagle auf Dingle
Allein am See ...
Fliegenfischen am Lough Mount Eagle auf Dingle
Boxenstopp
Blick vom Lough Mount Eagle auf die Ventry Bay auf Dingle
Nix Postkarte - sah wirklich so aus!
Bachforelle am Lough Mount Eagle auf Dingle
Geschafft: Klasse Forelle in klarem Wasser.
Bachforelle am Lough Mount Eagle auf Dingle
Und wenn DIE nicht hübsch ist, welche dann ...?

Rubrik: Fishmaps-Bericht
Region: Kerry
Fischarten: Bachforelle
Angelmethoden: Fliegenfischen

Geo. Länge: -10.422183
Geo. Breite: 52.125418

Ich habe nicht den blassesten Schimmer, weshalb ich seinerzeit unbedingt einmal an diesem kleinen See fischen wollte. Vielleicht, weil es irgendwie „auf dem Weg“ lag, bei unserem Trip entlang der herrlichen Küste der Halbinsel Dingle. Vielleicht, weil mir gefiel, dass man nicht eben mal so mit dem Auto ans Ufer fahren kann und ich mir eine etwas abgeschiedenere Angelei in der Haupt-Feriensaison (August) erhoffte. Vielleicht auch schlicht, weil ich den Namen faszinierend fand: Lough Mount Eagle!

Egal. Ich hab’s getan! Und ich würd’s wieder tun! Obwohl: einfach hat’s mir dieser Gebirgsee wirklich nicht gemacht. Bevor es an den See ging, wollte ich mir logischerweise eben mal die Lizenz im Tourist Information Office in Dingle besorgen. Aus dem Gesicht einer sehr netten jungen Irin schauten mich fragende Augen an. „Fishing-license for Lough Mount Eagle? Mmmmmh, never heard of it …“. Eine Kollegin aus dem Hintergrund rief, ich solle es mal im Outdoor-Shop “The Mountain-Man” versuchen, die wüssten sicherlich Bescheid. Ich also ab in den Laden, der fussläufig erreichbar war und erneut mein Anliegen vorgetragen. Eine ebenfalls sehr nette Irin schaute mich etwas hilflos an und meinte, dass ihr Chef das wohl wüsste, der sei aber heute nicht da. Ich solle doch einfach mal im Police-Office nachfragen. Gut. War zum Glück auch um die Ecke. Diesmal ein netter Herr, der mir nahelegte, es doch in der Tourist-Information zu versuchen. Die müssten das auf jeden Fall wissen. Die Polizei gebe nun mal keine Angel-Lizenzen aus.

Also wieder zurück zur Tourist Information. Als meine Ansprechpartnerin vorschlug, dass ich dann doch einfach an einem anderen Tag wiederkommen solle, erklärte ich ihr, dass ich eben nur HEUTE die Gelegenheit hätte, dort zu fischen und dass ich mich schon so gefreut hätte und dass wohl mein Seelenheil davon abhinge, einmal dort gefischt zu haben und … den Rest habe ich vergessen. Aber es schien gereicht zu haben. Sie riet mir, einfach dorthin zu fahren und im Falle einer Kontrolle meine Geschichte vorzutragen, und jeder Ire werde wohl dafür Verständnis haben. „Enjoy your fishing …!“, rief sie mir noch zu, aber ich war schon unterwegs mit meiner Lebensgefährtin und ihrem Sohn, um endlich am Ufer dieses Sees zu stehen, der hoch über der Ventry Bay direkt unterhalb des Mount Eagle liegt.

Wir parkten im kleinen Ort Kildurrihy in einer Seitenstraße und machten uns auf Richtung Mount Eagle. Schon der 1,2 Kilometer lange Weg hinauf zum Lough war ein Erlebnis: auf einem von über drei Metern hohen Fuchsien-Hecken gesäumten und recht steilen Weg erreicht man schließlich am Fuße des Mount Eagle den gesuchten See. Der erste Blick alleine war jede Mühe wert! Zur Rechten erhebt sich der namengebende Mount Eagle, zur Linken erstreckt sich in der Ferne die Ventry Bay und vor einem liegt ein kristallklarer See. Und was sah man auf diesem See? Sporadisch auftretende Ringe! Jahaaa, die Forellen waren aktiv und nahmen Oberflächennahrung!

Schnell die Fliegenrute klar gemacht, erstbestes Muster angeknüpft (eine Klinkhamer), Fisch angeworfen und …. nichts! Null Interesse seitens der Forellen für das Fliegenmuster. Nächstes Muster ausprobiert – diesmal eine „Buzzer“-Variante. Gut – wollten'se auch nicht. Die Aktivität der Forellen nahm merklich ab und ich nutzte die Gelegenheit, den See (natürlich mit Fliegenrute in der Hand) einmal zu umrunden. Der nordwestliche und direkt am Berghang gelegene Teil des Sees ist etwas beschwerlich zu begehen, da hier die Felsen bis fast direkt ans Ufer reichen. Das etwas sumpfige Südufer wiederum bietet genügend Rückraum zum Fliegenfischen und das brauchte ich dann auch: direkt vor mir stiegen ganz nah am Ufer mindestens zwei Fische. Die Schnur war schnell von der Rolle gezogen, die Fliege (diesmal eine simple „F-Fly“) war schnell präsentiert und der Biss kam unmittelbar! Es war ein absolutes Erlebnis, in diesem kristallklaren Bergsee und vor der grandiosen Kulisse endlich eine dieser wunderschön gefärbten Bachforellen zu landen! Mit knappen 30 Zentimetern war die Forelle kein Riese aber das hatte ich hier auch nicht erwartet. Ich wollte einfach nur hier sein und fischen! Und das klappte auch in den nächsten zwei Stunden recht gut, denn die Forellen ließen sich mit der unscheinbaren F-Fly immer öfter zum Biss verleiten.

Irgendwie hat dann doch noch alles geklappt: in der Hauptsaison an einem spektakulär gelegenen See, den man nur für sich hat, Fische die beißwillig sind und herrlichstes Sommerwetter! Und irgendwie hatte ich mir das nach dem etwas holprigen Auftakt mit der Angel-Lizenz auch verdient … finde ich!

Nüzzjanix.
Holger

Autor: Holger Bente